SCORM (Sharable Content Object Reference Model)
1. Was ist SCORM?
Das Shareable Content Object Reference Model (SCORM) Projekt definiert keinen wirklich neuen Standard in Sachen Learning Objects, vielmehr versteht es sich als eine Art Komplett-Lösung, d.h. es wurde versucht, bestehende Standards zu integrieren. Daher wurde mit mehreren namhaften Initiativen (LTSC, IMS, ARIADNE, AICC) zusammengearbeitet.
Zielsetzung des Modells ist es, vier Eigenschaften von Learning Objects zu garantieren:
2. Wer steht hinter SCORM?
1997 brachten das White House Office of Science and Technology Policy (OSTP) und das Office of the Secretary of Defense (OSD) der Vereinigten Staaten von Amerika Regierung, Industrie und Forschung zusammen und gründeten die ADL-Initiative (hyperlink: (Advanced Distributed Learning).
Das Ziel dieser Initiative sollte es sein, Lehr- und Informations-Technologien zu entwickeln und zu benutzen, um Bildung und Ausbildung zu modernisieren, sowie die Entwicklung von e-learning-Standards in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen zu fördern. Im Jahre 1999 startete die ADL-Initiative das SCORM-Projekt mit dem Ziel, zu diesem Zeitpunkt schon bestehende, sowie zukünfige e-learning-Standards unter einen Hut zu bringen.
Ursprünglich wurde SCORM für militärische Zwecke entwickelt. Das US-Verteidigungsministerium nutzt die Erkenntnisse für die Ausbildung in den US-Teilstreitkräften Marine, Luftwaffe und Heer können dadurch ihre Lehrinhalte austauschen, kombinieren und wiederverwenden. Erst im Jahre 2002 wurde das Projekt von der ADL-Initiative für die Öffentlichkeit freigegeben.
3. Die SCORM-Spezifikationen:
Die SCORM-Spezifikationen (in der Version 1.2) bestehen aus drei Teilen bzw. drei Büchern, die im folgenden kurz beschrieben werden sollen.

i. Overview
Dieser erste Teil beinhaltet neben einem Überblick über die ADL-Initiative eine kurze Motivation sowie eine Zusammenfassung der technischen Spezifikationen und Richtlinien.
Das SCORM Content Aggregation Model besteht aus mehreren, aufeinander aufbauenden Komponenten:
Das Content Model beschreibt die SCORM Komponenten. Es definiert auch, wie die kleinen, austausch- und wiederverwendbaren Elemente in größere Einheiten zusammengefügt werden können (Content Aggregation). (Siehe hierzu auch Punkt 4. )
Die Beschreibung der Lernressourcen erfolgt über Metadaten nach dem LOM-Standard (IEEE LTSC Learning Object Meta-data (LOM) standard) und der IMS XML Einbindungsspezifikation (IMS Learning Resource Meta-data XML Binding Specification). Wie beim LOM-Standard teilt sich die Struktur der Definierung in neun Kategorien, die wiederum mit bis zu sieben weiteren Datenelementen beschrieben werden.
Beim Content Packaging wird die gewünschte Lernreihenfolge (Content Structure) definiert und die Lernressourcen werden in Pakete (Content Packaging) zusammengepackt, die zwischen verschiedenen Umgebungen verschiebbar sind. Das Content Package besteht aus einem XML-Dokument (Manifest), das Organisation und Ressourcen des Pakets beschreibt und den physikalischen Dateien, die im Manifest referenziert werden.

iii. Run Time Environment
Dieser Teil beinhaltet einen Leitfaden für die Bereitstellung von Lerneinheiten, die Kommunikation mit Lerneinheiten und die Abfolge von Lerneinheiten in einer Web-basierten Umgebung.
Da man einen standardisierten Weg brauchte, um Lerninhalte zwischen dem Lernenden und der LMS (Learning Management System) hin und her zu schicken, arbeitete ADL mit AICC zusammen, um hierfür einen Web-freundlichen Ansatz unter Benutzung von Javascript zu entwickeln, die Run Time Environment API.
Außerdem wurde in Zusammenarbeit mit AICC eine Spezifikation entworfen, die angibt, welche Daten (z.B. erreichte Punkte, aktueller Wissenstand innerhalb einer Lerneinheit) wann hin und her geschickt werden, das Run Time Environment - Data Model.
4. wie sind LO´s bei SCORM aufgebaut?
Die Inhaltsstruktur der LOs besteht aus Assets, Shareable Content Objects (SCOs) und Content Aggregation. Asset steht für einen Baustein, z.B. eine Grafik, ein Text oder Musik. Jeder Asset wird durch Meta-data beschrieben. SCOs beinhalten einen oder mehrere Assets, von denen mindestens einer für das LMS ausführbar ist. SCO ist die kleinste Einheit für den Datenaustausch mit einem LMS. Die Content Aggregation ist eine bestimmte Anordnung von SCOs und Assets, durch die man die jeweilige Lehreinheit (LO) erhält. Die Lehreinheiten werden aus lauter einzelnen Bausteinen zusammengesetzt und haben somit das höchste Maß an Unabhängigkeit und Kombinierbarkeit. Die Content Struktur ist folglich (wie auch in der folgenden Abbildung zu erkennen ist) baumartig aufgebaut.

Quellen: